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T-DSL mit zwei Providern gleichzeitig

(unter Linux, was sonst)

Manche obskuren Konfigurationen sind preisgünstiger als die geradlinigen! So ist die günstigste T-DSL Flatrate schon für 5 Euro zu haben und eine feste IP mit 2G Traffic Limit bekommt man für 5,50 Euro Euro.

Die günstige Flatrate mit fester IP hingegen schlägt immer noch mit etwa 25 Euro im Monat zu Buche (Stand 1/2006).

Zusätzlich zum gesparten Geld ist man mit der ersten Variante natürlich auch wesentlich unauffälliger im Netz unterwegs als mit fester IP.

Warum also nicht beides gleichzeitig nutzen denk ich mir und bin dabei relativ schnell auf technische Hürden gestoßen.

Die Telekom überprüft nämlich die Hardwareadresse der Netzwerkkarte und schaut ob über diese Hardwareadresse schon jemand eingewählt ist. Ist dies der Fall wird kein weiterer Verbindungsaufbau zugelassen.

Für dieses Problem gibt es nun zwei Lösungen:

Die erste Lösung ist eine reine Hardwarelösung! Man steckt einfach noch eine Netzwerkkarte in den Rechner und schließt diese zusätzlich über einen Hub am DSL Modem an. Über jede Netzwerkkarte betreibt man nun eine pppoe Verbindung.

Lösung 2 erfordert keine zusätzliche Hardware und ist dadurch natürlich erheblich eleganter, oder auch kranker - je nach Blickwinkel!

Ich habe für den RP-PPPOE einen kleinen Patch programmiert, der es ermöglich zusätzliche pppoe Verbindungen über die selbe Netzwerkkarte mit einstellbarer MAC-Addresse aufzubauen. Für die erste pppoe Verbindung ist es hierbei unerheblich ob der Kernel-mode pppoe (pppd plugin) oder ebenfalls ein rp-pppoe verwendet wird.

Man aktiviert meinen Patch indem man als Kommandozeilenschalter die Option "-H <macadresse>" wählt. Man sollte beachten, dass diese Option die Netzwerkkarte in den Promisc-Mode schaltet, was zur Folge hat, dass der Rechner alle Pakete sieht, die übers Netz laufen. Es dürfte also nicht empfehlenswert sein diese Lösung in Verbindung mit einem angeschlossenen LAN und nur einer Netzwerkkarte im Gateway zu verwenden (ungetestet).

Ein Tipp noch zur Konfiguration des pppd. Im Zusammenspiel mit diesem Patch hat sich die Option "unit" mit der man den Namen des ppp-Interfaces festlegen kann als sehr nützlich erwiesen.

Für richtiges Routing ist in diesem Zusammenhang die Lektüre des Advanced Routing HOWTO empfehlenswert. Ich bin mit einer sehr einfachen zusätzlichen Routingtabelle, zum Ziel gekommen, die bei der festen Quell-IP einfach den Default-Gateway auf das Interface mit der festen IP legt.

Wenn man auch ausgehenden Traffic auf der festen IP haben möchte kann man mit Firewallmarks arbeiten.

Viel Spass beim "mehrfach einwählen"!

Sven

P.S.: Ein Satz noch für die Oberschlauberger unter euch. Der Durchsatz der T-DSL Leitung lässt sich mir dieser Methode natürlich nicht erhöhen!
sven@diesel:~> date
Mo Jan 30 19:04:50 CET 2006